Einordnung
Pflanzliches Gemisch mit partiell agonistischer Aktivität am μ-Opioidrezeptor
Journal of the American Chemical Society, 2016National Institute on Drug Abuse (NIDA), 2025Pflanze · opioiderg aktive Alkaloide · heterogene Produkte
Mitragyna speciosa
Kratom bezeichnet Zubereitungen aus Mitragyna speciosa. Die Alkaloide Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin tragen zu opioidergen Wirkungen bei; subjektiv werden je nach Produkt und Exposition sowohl aktivierende als auch dämpfende Effekte beschrieben. Blatt, Tee, Extrakt und angereicherte 7-OH-Produkte sind nicht austauschbar.
Pflanzliches Gemisch mit partiell agonistischer Aktivität am μ-Opioidrezeptor
Journal of the American Chemical Society, 2016National Institute on Drug Abuse (NIDA), 2025Mitragynin; 7-Hydroxymitragynin in Blatt meist nur gering, in neuartigen Produkten teils stark angereichert
ACS Central Science, 2019Journal of AOAC International, 2026häufig etwa 15–45 Minuten; produkt-, nahrungs- und personenabhängig
Pharmaceutics, 2022Drug and Alcohol Dependence, 2017oft mehrere Stunden; nicht mit der deutlich längeren Ausscheidungsphase gleichzusetzen
Pharmaceutics, 2022Drug and Alcohol Dependence, 2017mäßig und heterogen: kleine Humanstudien, Beobachtungsdaten, Fallberichte und präklinische Forschung
WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025kein pauschaler BtMG-Status; Produktverkehr kann dennoch arznei- oder lebensmittelrechtlich unzulässig sein
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), 2025Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz, 2026Produktformen
Die Produktform ist eine sicherheitsrelevante Information. Potenz, Vorhersagbarkeit und Übertragbarkeit von Forschungsdaten unterscheiden sich deutlich.
Wässrige Blattzubereitung mit schwankendem Alkaloidprofil. Humanstudien zu Tee gelten nur für das jeweils analysierte Studienprodukt.
Zubereitung und Pflanzenmaterial verändern die tatsächliche Exposition.
Drug and Alcohol Dependence, 2017Clinical Pharmacology & Therapeutics, 2023Getrocknetes Pflanzenmaterial; auch hier unterscheiden sich Chargen und Alkaloidgehalte.
Grammangaben beschreiben Masse, nicht zuverlässig den Wirkstoffgehalt.
Drug and Alcohol Dependence, 2017Phytochemistry, 2026Können Blattpulver oder konzentriertes Material enthalten. Die Form allein sagt nichts über die Stärke aus.
Deklaration, Füllmenge und Alkaloidprofil müssen getrennt geprüft werden.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Phytochemistry, 2026Konzentrierte Produkte, bei denen Blatt-Grammangaben nicht übertragbar sind.
Verhältnisse wie „10ד sind ohne validierte Analytik keine verlässliche Potenzangabe.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Phytochemistry, 2026Konzentrierte Produkte mit deklariertem Mitragyningehalt. Standardisierung eines Alkaloids beseitigt nicht alle Unsicherheiten.
Begleitalkaloide, Analytik, Bioverfügbarkeit und Umwandlung zu 7-OH bleiben relevant.
Molecules, 2024Phytochemistry, 2026Tabletten, Gummies, Shots oder Mischprodukte mit 7-Hydroxymitragynin-Gehalten, die nicht dem Profil gewöhnlicher Blätter entsprechen.
Höhere opioiderge Potenz, schnelle Toleranzentwicklung und Etikettenunsicherheit verschärfen das Risiko.
ACS Central Science, 2019Journal of AOAC International, 2026Produkte ohne belastbare Inhaltsstoff- und Konzentrationsangaben können nicht sinnvoll eingeordnet werden.
Unerwartete Wirkstoffe, Verunreinigungen oder wesentlich höhere Konzentrationen sind möglich.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025National Institute on Drug Abuse (NIDA), 2025Wirkung
Kratom ist kein einzelner Wirkstoff. Wahrnehmung und Nebenwirkungen hängen von Alkaloidprofil, Produktform, Exposition, Toleranz, Kontext und Mischkonsum ab. Ein simples „niedrig stimulierend, hoch sedierend“ ist als Orientierung zu grob.
In Befragungen werden Wachheit, Energie, Gesprächigkeit oder ein funktionaleres Gefühl beschrieben. Diese Beobachtungen belegen weder einen klaren stimulanzientypischen Mechanismus noch eine verlässliche Produktklasse.
Drug and Alcohol Dependence, 2017National Institute on Drug Abuse (NIDA), 2025Entspannung, Wärme, Schmerzdämpfung, Müdigkeit und ein opioiderges Körpergefühl werden berichtet. Stärkere Sedierung erhöht besonders zusammen mit anderen Dämpfern das Risiko.
Drug and Alcohol Dependence, 2017Journal of the American Chemical Society, 2016Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Schwindel, Benommenheit, Schwitzen, Juckreiz, Unruhe oder Herzklopfen werden beschrieben. Häufigkeit und Schwere sind wegen uneinheitlicher Produkte nicht zuverlässig vorhersagbar.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025National Center for Complementary and Integrative Health, 2025WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Berichtet wurden unter anderem Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, schwere Sedierung, Atemprobleme und Leberschädigung. Viele schwere Fälle betreffen Mischkonsum oder unklare Produkte; das erschwert die Kausalitätsbewertung, entkräftet das Signal aber nicht.
WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Drug and Alcohol Dependence, 2021Diese Bezeichnungen sind keine validierten pharmakologischen Klassen. Farbe, Verarbeitung, Charge, Mischung und Marketing können sich überlagern. Aus einem Strain-Namen lässt sich deshalb weder Alkaloidprofil noch Wirkung sicher ableiten.
Phytochemistry, 2026Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Mengen
Es gibt keine produktübergreifend sichere Kratom-Dosis. Blattmasse, Extraktmasse und isolierter Alkaloidgehalt sind verschiedene Größen. Die folgenden Angaben dokumentieren Forschungsexpositionen und sind keine Empfehlung.
Kleine kontrollierte Studien untersuchten analysiertes getrocknetes Blattmaterial im Bereich von 0,5 bis 4 g beziehungsweise eine einzelne 2-g-Exposition. Diese Werte gelten nur für die untersuchten Chargen, Populationen und Protokolle; sie definieren weder eine sichere noch eine äquivalente Alltagsdosis.
Pharmaceutics, 2022Molecules, 2024Grammangaben sind nur innerhalb vergleichbarer Blattprodukte begrenzt interpretierbar. Tee und geschlucktes Blatt können trotz gleicher Ausgangsmasse unterschiedliche Expositionen erzeugen.
Pharmaceutics, 2022Clinical Pharmacology & Therapeutics, 2023Für Extrakte darf keine Blatt-Gramm-Skala übernommen werden. Aussagekräftiger wären unabhängig geprüfte Alkaloidmengen pro Portion und pro Packung; selbst diese erfassen Begleitalkaloide und Bioverfügbarkeit nicht vollständig.
Phytochemistry, 2026Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Angereicherte 7-OH-Produkte können Konzentrationen aufweisen, die dem chemischen Profil gewöhnlicher Blätter nicht ähneln. Sie benötigen eine eigene Risikobewertung und dürfen weder als „normales Kratom“ noch über Blattäquivalente eingeordnet werden.
Journal of AOAC International, 2026ACS Central Science, 2019Keine Extrakt-Äquivalenz: Eine längere Konsumpause, Erkrankung, neue Medikation oder ein Produktwechsel kann die gewohnte Reaktion verändern. Toleranz schützt nicht zuverlässig vor Atemwegs-, Interaktions- oder Produktfehlern.
Zeitverlauf
Die subjektive Wirkung endet deutlich früher als die vollständige Ausscheidung. Zeitangaben sind Näherungen für orale Blattprodukte und nicht auf Extrakte oder angereichertes 7-OH übertragbar.
häufig etwa 15–45 min
Nahrung, Magenentleerung, Produkt und Darreichungsform können das Einsetzen verschieben.
etwa 30–90 min
Frühes Nachlegen kann die später eintretende Gesamtexposition unterschätzen.
häufig um 1–2 h
Human-PK-Daten zeigen je nach Alkaloid maximale Plasmaspiegel ungefähr zwischen 1 und 4,5 Stunden; Plasmaspitze und subjektives Maximum sind nicht identisch.
oft etwa 3–6 h
Sedierung, Übelkeit oder Beeinträchtigung können länger anhalten.
variabel, teils bis zum Folgetag
Besonders bei häufiger Nutzung, hohen Konzentrationen, Mischkonsum oder Schlafmangel.
In einer Studie mit sechs gesunden Personen lagen terminale Halbwertszeiten verschiedener Alkaloide ungefähr zwischen 12 und 45 Stunden. Eine weitere Mehrfachdosisstudie bestätigt komplexe, alkaloidabhängige Verläufe. Das bedeutet nicht, dass die Hauptwirkung so lange spürbar bleibt; es erklärt aber mögliche Akkumulation bei häufiger Nutzung.
Pharmaceutics, 2022Molecules, 2024Pharmakologie
Das Wirkprofil entsteht aus mehreren Alkaloiden und Metaboliten. Zell- und Tierbefunde erklären mögliche Mechanismen, ersetzen aber keine klinische Wirksamkeits- oder Sicherheitsbewertung.
Mitragynin und besonders 7-Hydroxymitragynin zeigen opioiderge Rezeptoraktivität. Präklinisch wurde ein von klassischen Vollagonisten abweichendes Signalprofil beschrieben; daraus darf kein fehlendes Atemdepressions- oder Abhängigkeitspotenzial abgeleitet werden.
Journal of the American Chemical Society, 2016ACS Central Science, 2019WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Präklinische Arbeiten und eine kleine Humanstudie stützen, dass CYP3A-vermittelte Umwandlung von Mitragynin zu 7-OH zur Wirkung beitragen kann. Das Ausmaß kann durch Produkt, Stoffwechsel und Interaktionen variieren.
ACS Central Science, 2019ACS Pharmacology & Translational Science, 2024Tierbefunde zeigten α2-ähnliche funktionelle Effekte, während neuere Rezeptorstudien keine einfache α2-Agonisten-Erklärung stützen und teils antagonistische oder α1A-partialagonistische Aktivität fanden. „α2-Agonist“ ist daher keine gesicherte klinische Kurzform.
European Journal of Pharmacology, 2024ACS Chemical Neuroscience, 2025Kratom-Alkaloide werden über mehrere Stoffwechselwege verarbeitet. Kleine Humanstudien zeigen ein klinisches Interaktionssignal am intestinalen CYP3A; Laborbefunde allein erlauben keine pauschale Vorhersage für jedes Medikament.
Clinical Pharmacology & Therapeutics, 2023ACS Pharmacology & Translational Science, 2024Die Mechanismen sind produkt- und alkaloidabhängig. Aussagen zu einem isolierten Molekül dürfen nicht ungeprüft auf Blatt, Extrakte oder Mischprodukte übertragen werden.
Wechselwirkungen
Für die meisten Kombinationen fehlen kontrollierte Humanstudien. Die Einstufung trennt direkte Humanbefunde, Fallberichtssignale und pharmakologisch begründete Vorsicht. „Keine Daten“ bedeutet nicht „keine Interaktion“.
Additive Sedierung, Bewusstseinsverlust, Erbrechen/Aspiration und Atemprobleme sind plausibel; schwere Kratom-Fälle sind häufig durch Mischkonsum belastet. Die Kombination sollte als besonders riskant behandelt werden.
Warnzeichen: Nicht weckbar, langsame oder unregelmäßige Atmung, blaue Lippen, gurgelnde Geräusche.
WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025National Institute on Drug Abuse (NIDA), 2025Bei zwölf gesunden Personen erhöhte eine niedrige Kratom-Tee-Exposition die Midazolam-Exposition moderat, passend zu einer intestinalen CYP3A-Hemmung. Das Ergebnis ist kein Freibrief für andere Dosen, Extrakte oder Medikamente mit enger therapeutischer Breite.
Warnzeichen: Unerwartet starke oder verlängerte Medikamentenwirkung, Benommenheit, Kreislaufprobleme.
Clinical Pharmacology & Therapeutics, 2023Die Daten reichen nicht für eine pauschale Aussage über SSRI, SNRI oder trizyklische Antidepressiva. Enzymhemmung, additive Nebenwirkungen und einzelne Fallberichte begründen Vorsicht; bei MAO-Hemmern ist die Unsicherheit besonders groß und eine fachliche Prüfung wichtig.
Warnzeichen: Starke Unruhe, Verwirrtheit, Fieber, Muskelstarre oder -zucken, ausgeprägter Durchfall.
Clinical Pharmacology & Therapeutics, 2023WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Puls, Blutdruck, Unruhe, Schlafmangel und Überhitzung können sich ungünstig überlagern. Kratom kann eine Überstimulation subjektiv verdecken, ohne die körperliche Belastung aufzuheben.
Warnzeichen: Brustschmerz, sehr schneller oder unregelmäßiger Puls, Überhitzung, schwere Unruhe.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025National Center for Complementary and Integrative Health, 2025Benommenheit, Schwindel, Erbrechen, Orientierungsprobleme und Unfallrisiko können zunehmen. Sedierende Antihistaminika sind keine verlässliche Selbstbehandlung gegen Kratom-Nebenwirkungen.
Warnzeichen: Kollaps, wiederholtes Erbrechen, nicht sicher gehen oder kommunizieren können.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025National Institute on Drug Abuse (NIDA), 2025Kratom wurde mit klinisch relevanter, teils cholestatischer Leberschädigung in Verbindung gebracht. Ob Kombinationen das Risiko addieren, ist nicht quantifiziert; ärztliche Rücksprache ist besonders wichtig.
Warnzeichen: Gelbe Haut oder Augen, dunkler Urin, heller Stuhl, starker Juckreiz, Schmerz rechts oben im Bauch.
Drug and Alcohol Dependence, 2021Journal of Addiction Medicine, 2026Risiken
Das Risikoprofil reicht von häufigen Magen-Darm- und Kreislaufbeschwerden bis zu Abhängigkeit, Entzug und seltenen schweren Verläufen. Produktunsicherheit und Mischkonsum erschweren jede individuelle Vorhersage.
Erbrechen ist häufig berichtet. Bei starker Sedierung kann Erbrochenes eingeatmet werden; eine bewusstseinsgetrübte Person darf nicht allein bleiben.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Kratom ist nicht mit klassischem Heroin oder Fentanyl gleichzusetzen, dennoch sind opioidtypische Notfallzeichen möglich — besonders bei 7-OH-Produkten, hohen Konzentrationen oder zusätzlicher Dämpfung.
WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Journal of Medical Toxicology, 2019Journal of AOAC International, 2026Krampfanfälle, Tachykardie, Blutdruckveränderungen und Rhythmusstörungen wurden gemeldet. Kausalität und Häufigkeit sind wegen Mischkonsum und Fallberichtsbias unsicher.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Regelmäßige Einnahme kann Verstopfung, Schlafverschiebungen, Antriebsschwankungen und emotionale Abflachung begleiten. Ursache, Kontext und Entzugseffekte können sich überlagern.
Drug and Alcohol Dependence, 2014WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Seltene, aber klinisch relevante Leberschäden sind dokumentiert, häufig mit Gelbsucht und cholestatischem Muster. Die individuelle Vorhersage ist derzeit nicht möglich.
Drug and Alcohol Dependence, 2021Journal of Addiction Medicine, 2026Wechselnde Alkaloidkonzentrationen, nicht deklarierte Anreicherung und Verunreinigungen erschweren eine stabile Exposition. Das gilt besonders für Online-Extrakte und Mischprodukte.
Phytochemistry, 2026Journal of AOAC International, 2026Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Mit regelmäßiger Nutzung können Wirkungseinbuße, häufigeres Nachlegen, Dosissteigerung und Nutzung gegen Entzugssymptome entstehen. Das betrifft nicht nur isoliertes 7-OH.
Drug and Alcohol Dependence, 2014Journal of Psychoactive Drugs, 2019WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Der Entzug kann opioidähnliche körperliche Beschwerden und psychische Symptome umfassen. Intensität und Dauer variieren mit Häufigkeit, Exposition, Produkt, Dauer der Nutzung und Begleiterkrankungen; „immer mild“ ist nicht belegt.
Journal of Psychoactive Drugs, 2019Drug and Alcohol Dependence, 2014WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Früh Hilfe holen, wenn tägliche Nutzung, deutlicher Kontrollverlust, starke Entzugssymptome, Schwangerschaft, schwere körperliche oder psychische Erkrankung, Mischkonsum oder Suizidgedanken vorliegen. Ein abruptes Allein-Absetzen ist nicht für jede Situation die sicherste Option.
Safer Use
Safer Use macht Kratom nicht sicher. Die größten Hebel sind Produktklarheit, das Vermeiden dämpfender Kombinationen, Zeit statt schnellem Nachlegen und frühes Reagieren auf Abhängigkeitszeichen.
Blatt/Pulver, Tee, Extrakt und 7-OH-Produkt getrennt betrachten. Keine Blatt-Grammwerte auf Extrakte übertragen; bei unklarer Deklaration von hoher Unsicherheit ausgehen.
Journal of AOAC International, 2026Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Nicht mit Opioiden, Benzodiazepinen/Z-Substanzen, Alkohol, GHB/GBL, Gabapentinoiden oder anderen stark sedierenden Mitteln kombinieren. Auch zeitversetzte Einnahme kann sich wegen langer Elimination überlappen.
WHO Expert Committee on Drug Dependence, 2021Pharmaceutics, 2022Einsetzen und Plasmaspitzen können verzögert sein. Frühes Nachlegen erhöht das Risiko einer unerwartet starken Gesamtexposition.
Pharmaceutics, 2022Molecules, 2024Bei unbekanntem Produkt, neuer Charge, nach Pause, bei Erkrankung oder zusätzlicher Medikation sollte eine nüchterne Person erreichbar sein und Notfallzeichen kennen.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025National Institute on Drug Abuse (NIDA), 2025Benommenheit, Schwindel, Übelkeit und Nachwirkungen können Reaktion und Urteilsvermögen beeinträchtigen. Nicht fahren oder Maschinen bedienen.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025National Center for Complementary and Integrative Health, 2025Produkt, Zeitpunkt, Nutzungshäufigkeit, unerwünschte Effekte und Entzugssymptome dokumentieren. Zunehmende Frequenz oder Nutzung nur noch zum „Normalfühlen“ sind frühe Warnzeichen.
Drug and Alcohol Dependence, 2014Journal of Psychoactive Drugs, 2019Bei Gelbfärbung, dunklem Urin, hellem Stuhl, starkem Juckreiz oder anhaltendem Schmerz rechts oben im Bauch Kratom absetzen und zeitnah medizinisch abklären lassen.
Drug and Alcohol Dependence, 2021Journal of Addiction Medicine, 2026Tägliche Nutzung ist kein moralisches Versagen. Sie ist ein praktisches Signal, Toleranz, Entzug, Produktstärke und Begleitkonsum strukturiert anzuschauen.
Synapedia bietet Orientierung, ersetzt aber keine medizinische Diagnose oder Behandlung.
Sofort 112 rufen, Atmung prüfen, Person nicht allein lassen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Bei vorhandener Atmung stabile Seitenlage; bei fehlender normaler Atmung Wiederbelebung nach Leitstellenanweisung.
Bei einem opioiden Notfallbild kann Naloxon eingesetzt werden, wenn es vorhanden ist und die Anwendung bekannt ist. Fallberichte beschreiben eine Besserung nach Naloxon, aber die Wirkung bei Kratom ist nicht garantiert. Naloxon ersetzt weder 112 noch Beatmung/Wiederbelebung und kann bei Mischkonsum andere Gefahren nicht aufheben.
National Capital Poison Center, 2025Journal of Medical Toxicology, 2019Cureus, 2023Synapedia-Community
Diese Beobachtungen stammen ausschließlich aus tatsächlich freigegebenen Synapedia-Berichten und Diskussionen. Sie sind keine medizinische Evidenz.
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zugeordnete Berichte
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inhaltlich Kratom-relevant
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Fehlzuordnung ausgeschlossen
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freigegebene Threads
Wegen der kleinen Stichprobe werden keine Prozentwerte oder Häufigkeitsbehauptungen berechnet.
Kratom ist nicht pauschal dem BtMG unterstellt. Bei der Prüfung am 30.07.2026 waren Kratom, Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin in den Anlagen I–III des BtMG nicht namentlich aufgeführt.
Das bedeutet nicht, dass jedes Kratom-Produkt legal verkehrsfähig ist. BfR und BfArM weisen darauf hin, dass die Einstufung nicht abschließend geklärt ist: Kratom-Zubereitungen sind keine zugelassenen Arzneimittel; als Lebensmittel können sie als nicht zugelassenes neuartiges oder nicht sicheres Lebensmittel gelten. Zuständige Landesbehörden bewerten konkrete Produkte und Zweckbestimmungen. Konzentrierte, angereicherte oder anders beworbene Produkte können zusätzlich anders eingeordnet werden.
Stand der Quellenprüfung: 30.07.2026. Keine Rechtsberatung; vor Kauf, Einfuhr, Besitz oder Verkauf die aktuelle produktbezogene Lage prüfen.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2025Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), 2025Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz, 2026European Commission, 2026Diese Punkte markieren Grenzen der aktuellen Evidenz – nicht automatisch fehlende Risiken.
Vertrauen
Jede Quelle ist einem Aussagebereich zugeordnet. „Reviewed“ bezeichnet die redaktionelle Quellenprüfung — nicht eine ärztliche Einzelfallfreigabe.
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) · 2025
Trägt bei: Deutsche Risikokommunikation zu Produkten, Gesundheitsbeschwerden und Abgrenzung.
Grenze: Behördenbewertung; betont begrenzte Daten und enthält keine produktspezifische Rechtsentscheidung.
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) · 2025
Trägt bei: Aktueller deutscher Behördenhinweis zum fehlenden Arzneimittelzulassungsstatus.
Grenze: Keine abschließende Entscheidung über jedes konkrete Produkt.
Trägt bei: Amtliche aktuelle Stofflisten; am Prüftag keine namentliche Kratom-/Mitragynin-Nennung gefunden.
Grenze: Eine fehlende namentliche Nennung entscheidet nicht allein über Verkehrs- oder Produktrecht.
Trägt bei: EU-Rahmen zur Prüfung neuartiger Lebensmittel.
Grenze: Der Katalog ist nicht bindend; Behörden entscheiden konkrete Fälle.
WHO Expert Committee on Drug Dependence · 2021
Trägt bei: Breite internationale Bewertung zu Pharmakologie, Toxizität, Abhängigkeit und Fallberichten.
Grenze: Viele schwere Fälle sind durch Mischkonsum und uneinheitliche Produkte konfundiert.
Trägt bei: Forschungsbasierter Überblick zu Wirkungen, Produkten, Abhängigkeit und Unsicherheiten.
Grenze: Sekundärer Behördenüberblick, keine einzelne Primärstudie.
Trägt bei: Behördenüberblick zu Nutzenbehauptungen, Nebenwirkungen und Forschungsgrenzen.
Grenze: Sekundärquelle; nicht produktspezifisch.
Drug and Alcohol Dependence · 2017
Trägt bei: Große Online-Befragung zu Nutzungsmustern und selbst berichteten Wirkungen.
Grenze: Selbstselektion, Selbstbericht, keine Produktanalytik und keine Kausalitätsprüfung.
Pharmaceutics · 2022
Trägt bei: Analysiertes 2-g-Blattprodukt; Human-PK für mehrere Alkaloide.
Grenze: Nur sechs gesunde Personen und eine niedrige Einzelexposition; keine Übertragbarkeit auf Extrakte.
Molecules · 2024
Trägt bei: Kontrollierte Human-PK mit 0,5–4 g analysiertem getrocknetem Blatt.
Grenze: Kleine gesunde Stichprobe, spezifisches Studienprodukt und ausgewiesene Industriekonflikte.
Clinical Pharmacology & Therapeutics · 2023
Trägt bei: Kontrollierte Humanstudie mit zwölf Personen; moderates Midazolam-/intestinales-CYP3A-Signal.
Grenze: Niedrige Tee-Exposition, kleine gesunde Stichprobe; nicht auf Hochdosis, Extrakte oder alle Medikamente übertragbar.
ACS Pharmacology & Translational Science · 2024
Trägt bei: Kleine klinische Studie stützt CYP3A-vermittelte 7-OH-Bildung beim Menschen.
Grenze: Spezifisches Tee-/Inhibitor-Protokoll; keine vollständige Erklärung subjektiver Wirkungen.
Journal of the American Chemical Society · 2016
Trägt bei: Rezeptor- und Signalwegdaten zu Mitragyna-Alkaloiden.
Grenze: Überwiegend präklinisch; Zellaktivität ist keine klinische Sicherheitsgarantie.
ACS Central Science · 2019
Trägt bei: Präklinische Daten zu 7-OH-Bildung, Potenz und opioiderger Wirkung.
Grenze: Tier-, Zell- und Ex-vivo-Daten; keine direkte klinische Dosiergrundlage.
European Journal of Pharmacology · 2024
Trägt bei: In-vitro- und Tierdaten zu adrenergen Hypothesen.
Grenze: Keine klinische Bestätigung; funktionelle Tierbefunde ohne einfache Rezeptoraktivierung in vitro.
Trägt bei: Neuere In-vitro-Daten widersprechen einer simplen α2-Agonisten-Einordnung.
Grenze: Rezeptorassay ohne klinische Expositions- oder Wirkungsprüfung.
Drug and Alcohol Dependence · 2014
Trägt bei: Beobachtungsdaten von 293 regelmäßigen Nutzenden zu Abhängigkeit und Entzug.
Grenze: Regionale, nicht randomisierte Stichprobe mit Selbstbericht und traditionellem Nutzungskontext.
Trägt bei: Systematische Übersicht und Fallserie zum klinischen Entzugsbild.
Grenze: Kleine, heterogene Fallliteratur mit Publikationsbias; keine standardisierte Entzugskurve.
Drug and Alcohol Dependence · 2021
Trägt bei: Gut charakterisierte Fälle klinisch relevanter Kratom-assoziierter Leberschädigung.
Grenze: Fallserie ohne Inzidenzschätzung; Produktzusammensetzung nicht immer vollständig bekannt.
Trägt bei: Aktuelle systematische Zusammenfassung publizierter Leberschädigungsfälle.
Grenze: Fallberichtsliteratur kann Häufigkeit und individuelles Risiko nicht quantifizieren.
Phytochemistry · 2026
Trägt bei: Aktuelle Analytik zur Variabilität kommerzieller Produkte.
Grenze: Produktstichprobe bildet nicht den gesamten, schnell wechselnden Markt ab.
Journal of AOAC International · 2026
Trägt bei: Analytik zeigt hoch angereicherte 7-OH-Produkte mit nicht blattähnlichen Profilen.
Grenze: Marktstichprobe; chemische Analyse quantifiziert nicht direkt klinische Ereignisraten.
Trägt bei: Toxikologische Notfallorientierung einschließlich Naloxon bei fehlender Atmung.
Grenze: US-Notfallkontext; ersetzt keine deutsche Leitstelle oder klinische Evidenz.
Trägt bei: Fallbericht einer klinischen Besserung nach Naloxon.
Grenze: Einzelfall; beweist weder typische Wirksamkeit noch Produktsicherheit.
Trägt bei: Weiterer klinischer Fallbericht zur Naloxon-Reaktion.
Grenze: Einzelfall mit begrenzter Übertragbarkeit; Mischprodukte können anders reagieren.