Substanz-Vergleich
Die Wirkung von Felbamate hält mit rund 18 Stunden deutlich länger an als die von Ketamin (ca. 1,5 Stunden). Der Wirkungseintritt erfolgt bei Ketamin mit ~6 min spürbar schneller als bei Felbamate (~90 min). Die Peak-Phase fällt bei Felbamate mit ~300 min deutlich länger aus als bei Ketamin (~33 min). Ketamin ist im Bereich Dissoziation deutlich stärker ausgeprägt. Der Vergleich trennt Carbamate und Dissoziativa nach Mechanismen, Wirkprofil, Dauer, Risikoprofil und Harm-Reduction-Kontext.
Trotz unterschiedlicher Klassen überschneiden sich Zielstrukturen wie NMDA. Das macht Gemeinsamkeiten und Risikounterschiede besonders erklärbar.
Erkenntnisse
Ketamin hat deutlich höhere Dissoziation
| Felbamate | Ketamin | |
|---|---|---|
| Klasse | Carbamate | Dissoziativa |
| Risikostufe | — | moderate |
| Wirkmechanismen | Natriumkanalblockade, NMDA-Rezeptorantagonismus | NMDA-Antagonist |
| Rezeptoren | NMDA, GABA_A, GABA_B, VGCC | NMDA |
| Effekte | antikonvulsiv, neuroprotektiv, sedierend, GABAerg, NMDA-Rezeptor-Modulation | Dissoziation: Gefühl der Trennung von Körper und Umgebung (Out-of-Body-Experience), K-Hole: vollständig dissoziierter Bewusstseinszustand bei hohen Dosen, völlige Raum-Zeit-Auflösung, Starke Zeitverzerrung und veränderte Raumwahrnehmung, Analgesie: deutliche Schmerzreduktion, Halluzinationen und psychedelische Visionen |
| Evidenz | unknown | strong |
Felbamat wirkt als Modulator des NMDA-Rezeptors und hat zusätzlich eine hemmende Wirkung auf bestimmte GABA-Rezeptoren, was zu einer Reduktion der neuronalen Erregbarkeit führt.
Ketamin wirkt primär als nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor (N-Methyl-D-Aspartat), einem ionotropen Glutamatrezeptor. Ketamin blockiert den offenen Kanal (Open-Channel-Blocker) nach Depolarisation und verhindert den Calciumeinstrom, was zu einer dissoziativen Anästhesie und analgetischen Wirkung führt. Die antidepressive Wirkung (schnelles Ansprechen innerhalb von Stunden) wird über AMPA-Rezeptor-Aktivierung und nachgelagerte BDNF/mTOR-Signalwege erklärt. Zusätzlich ist Ketamin ein schwacher Agonist an μ-Opioid-Rezeptoren, Sigma-1-Agonist, HCN1-Kanalblocker sowie partieller D2-Agonist, was zum komplexen Wirkprofil beiträgt.
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Evidenz: unknown · Quellen: 2
Evidenz: strong · Quellen: 7
Felbamate und Ketamin gehören zu unterschiedlichen Klassen. Deshalb sollten Mechanismus, Wirkung und Risiko nicht gleichgesetzt werden.
Die Daten zeigen Überschneidungen bei NMDA. Gemeinsame Zielstrukturen bedeuten aber nicht gleiche Wirkung oder gleiche Sicherheit.
Felbamate ist aktuell mit "unknown" eingeordnet, Ketamin mit "moderate". Individuelles Risiko hängt trotzdem von Gesundheit, Medikamenten, Kontext und weiteren Substanzen ab.
Synapedia wertet fehlende paarbezogene Daten nicht als Sicherheit. Mischkonsum kann unvorhersehbar sein, besonders bei Medikamenten, Vorerkrankungen oder weiteren Substanzen.