Substanz-Vergleich
Der Wirkungseintritt erfolgt bei Dizocilpine mit ~3 min spürbar schneller als bei Ketamin (~6 min). Die Peak-Phase fällt bei Ketamin mit ~33 min deutlich länger aus als bei Dizocilpine (~20 min). Im Fokus stehen Unterschiede innerhalb der Klasse Dissoziativa: Rezeptoren, Wirkprofil, Dauer, Risikostufe und bekannte Wechselwirkungssignale.
Beide Substanzen gehören zur Klasse Dissoziativa. Der Vergleich ist deshalb relevant, um Unterschiede innerhalb derselben pharmakologischen Familie sichtbar zu machen.
Erkenntnisse
Keine signifikanten Profilunterschiede
| Dizocilpine | Ketamin | |
|---|---|---|
| Klasse | Dissoziativa | Dissoziativa |
| Risikostufe | — | moderate |
| Wirkmechanismen | NMDA receptor antagonist | NMDA-Antagonist |
| Rezeptoren | NMDA | NMDA |
| Effekte | Dissoziation und Loslösung vom Körper, Analgesie (Schmerzunempfindlichkeit), Euphorie und Traumzustände, Veränderte Raum- und Zeitwahrnehmung, Antidepressive Wirkung (klinisch belegt für Ketamin) | Dissoziation: Gefühl der Trennung von Körper und Umgebung (Out-of-Body-Experience), K-Hole: vollständig dissoziierter Bewusstseinszustand bei hohen Dosen, völlige Raum-Zeit-Auflösung, Starke Zeitverzerrung und veränderte Raumwahrnehmung, Analgesie: deutliche Schmerzreduktion, Halluzinationen und psychedelische Visionen |
| Evidenz | unknown | strong |
Ketamin wirkt primär als nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor (N-Methyl-D-Aspartat), einem ionotropen Glutamatrezeptor. Ketamin blockiert den offenen Kanal (Open-Channel-Blocker) nach Depolarisation und verhindert den Calciumeinstrom, was zu einer dissoziativen Anästhesie und analgetischen Wirkung führt. Die antidepressive Wirkung (schnelles Ansprechen innerhalb von Stunden) wird über AMPA-Rezeptor-Aktivierung und nachgelagerte BDNF/mTOR-Signalwege erklärt. Zusätzlich ist Ketamin ein schwacher Agonist an μ-Opioid-Rezeptoren, Sigma-1-Agonist, HCN1-Kanalblocker sowie partieller D2-Agonist, was zum komplexen Wirkprofil beiträgt.
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Evidenz: unknown · Quellen: 2
Evidenz: strong · Quellen: 7
Der wichtigste Unterschied liegt im individuellen Wirkprofil, der Dauer und dem Risikokontext innerhalb der Klasse Dissoziativa.
Die Daten zeigen Überschneidungen bei NMDA. Gemeinsame Zielstrukturen bedeuten aber nicht gleiche Wirkung oder gleiche Sicherheit.
Dizocilpine ist aktuell mit "unknown" eingeordnet, Ketamin mit "moderate". Individuelles Risiko hängt trotzdem von Gesundheit, Medikamenten, Kontext und weiteren Substanzen ab.
Synapedia wertet fehlende paarbezogene Daten nicht als Sicherheit. Mischkonsum kann unvorhersehbar sein, besonders bei Medikamenten, Vorerkrankungen oder weiteren Substanzen.