Substanz-Vergleich
6-APB hält mit rund 8,5 Stunden spürbar länger an als MDMA (ca. 4,5 Stunden). Die Peak-Phase fällt bei 6-APB mit ~180 min deutlich länger aus als bei MDMA (~90 min). Im Bereich Stimulation zeigt MDMA merklich höhere Werte. Im Bereich Abhängigkeitsrisiko zeigt MDMA merklich höhere Werte. Im Fokus stehen Unterschiede innerhalb der Klasse Empathogene: Rezeptoren, Wirkprofil, Dauer, Risikostufe und bekannte Wechselwirkungssignale.
Beide Substanzen gehören zur Klasse Empathogene. Der Vergleich ist deshalb relevant, um Unterschiede innerhalb derselben pharmakologischen Familie sichtbar zu machen.
Erkenntnisse
MDMA hat merklich höhere Stimulation
MDMA hat merklich höhere Abhängigkeitsrisiko
6-APB hat etwas höhere Psychedelische Tiefe
| 6-APB | MDMA | |
|---|---|---|
| Klasse | Empathogene | Empathogene |
| Risikostufe | — | high |
| Wirkmechanismen | 5-HT2A partieller Agonist (Haupt-Psychedelikum-Mechanismus), 5-HT2C partieller Agonist, Phenethylamin-Gerüst: adrenergische und dopaminerge Aktivität, 5-HT1A Aktivität (variabel je nach Verbindung) | SERT-Umkehrtransport, Serotoninfreisetzung, Noradrenalinfreisetzung, Dopaminfreisetzung |
| Rezeptoren | SERT (Substrat/Reverse-Transport, primär), NET (Substrat/Reverse-Transport), DAT (Substrat/Reverse-Transport), 5-HT2A (Agonist), 5-HT2B (Agonist, kardiales Risiko bei Dauerkonsum) | SERT, NET, DAT |
| Effekte | Euphorie, Empathie, Geselligkeit, Steigerung des Wohlbefindens, Erhöhte sensorische Wahrnehmung | Tiefes Empathie-Gefuehl und emotionale Offenheit gegenueber anderen, Ausgepragte Euphorie und Wohlbefinden, Erhoehte Energie und Stimulation, Verstaerkte sensorische Wahrnehmung: Beruehrungen, Musik und Licht wirken intensiver, Reduzierung von Angst und Defensivitaet, soziale Hemmungen fallen weg |
| Evidenz | unknown | strong |
6-APB (6-(2-Aminopropyl)benzofuran) ist ein Benzofuran-Empathogen. Das Benzofuranring ersetzt die Methylendioxybenzol-Gruppe von MDMA. 6-APB wirkt als Substrat-Typ-Releasor an SERT, NET und DAT — primär serotonerg mit moderater dopaminerger Komponente (ähnlich MDMA). Zusätzlich 5-HT2A- und 5-HT2B-Agonismus (letzteres theoretisch kardiotoxisch bei Dauerkonsum). Längere Halbwertszeit als MDMA (5-8h) erklärt die 8-14h Gesamtdauer.
MDMA ist ein nicht-selektiver Monoamin-Releaser und Reuptake-Inhibitor. Der primäre Wirkmechanismus besteht in der Aktivierung des TAAR1-Rezeptors, welcher über PKA/PKC-Signalwege eine Phosphorylierung der Monoamintransporter (SERT >> NET > DAT) auslöst und dadurch einen massivenRückwärtstransport von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ins synaptische Spalt bewirkt. MDMA ist ein Substrat für SERT, NET und DAT (Carrier-Mechanismus), kein reiner Reuptake-Inhibitor. Zusätzlich hemmt MDMA die VMAT2-vermittelte vesikuläre Speicherung und entleert direkt die Monoaminspeicher. 5-HT2A-Agonismus trägt zu den entaktogenen und empathogenen Wirkungen bei.
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Evidenz: unknown · Quellen: 3
Evidenz: strong · Quellen: 6
Der wichtigste Unterschied liegt im individuellen Wirkprofil, der Dauer und dem Risikokontext innerhalb der Klasse Empathogene.
Synapedia zeigt für dieses Paar aktuell keine starke gemeinsame Rezeptorachse. Fehlende Daten sind keine Entwarnung.
6-APB ist aktuell mit "unknown" eingeordnet, MDMA mit "high". Individuelles Risiko hängt trotzdem von Gesundheit, Medikamenten, Kontext und weiteren Substanzen ab.
Synapedia wertet fehlende paarbezogene Daten nicht als Sicherheit. Mischkonsum kann unvorhersehbar sein, besonders bei Medikamenten, Vorerkrankungen oder weiteren Substanzen.