Substanz-Vergleich
MDMA hält mit rund 4,5 Stunden spürbar länger an als 3-Methylmethcathinone (ca. 3 Stunden). Der Wirkungseintritt erfolgt bei 3-Methylmethcathinone mit ~23 min spürbar schneller als bei MDMA (~40 min). MDMA ist im Bereich Empathie & Wärme deutlich stärker ausgeprägt. MDMA tendiert im Bereich Psychedelische Tiefe zu etwas höheren Werten. Der Vergleich trennt Stimulanzien und Empathogene nach Mechanismen, Wirkprofil, Dauer, Risikoprofil und Harm-Reduction-Kontext.
Der Vergleich zeigt, wie unterschiedlich psychoaktive Pharmakologie, Wirkprofil und Risikokontext ausfallen können.
Erkenntnisse
MDMA hat deutlich höhere Empathie & Wärme
MDMA hat etwas höhere Psychedelische Tiefe
| 3-Methylmethcathinone | MDMA | |
|---|---|---|
| Klasse | Stimulanzien | Empathogene |
| Risikostufe | moderate | high |
| Wirkmechanismen | Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI) — Hauptmechanismus für Stimulation und Euphorie, Dopamin-Freisetzung (bei Cathinonen mit releaser-Eigenschaften wie 3-MMC), Noradrenalin-Freisetzung — kardiovaskuläre Aktivierung, Wachheit, Schwache Serotonin-Aktivität bei einigen Verbindungen | SERT-Umkehrtransport, Serotoninfreisetzung, Noradrenalinfreisetzung, Dopaminfreisetzung |
| Rezeptoren | SERT (Releasing Agent), NET (Releasing Agent), DAT (Releasing Agent) | SERT, NET, DAT |
| Effekte | Stimulation, Euphorie, Erhöhte Wachsamkeit, Appetithemmung, Erhöhte Herzfrequenz | Tiefes Empathie-Gefuehl und emotionale Offenheit gegenueber anderen, Ausgepragte Euphorie und Wohlbefinden, Erhoehte Energie und Stimulation, Verstaerkte sensorische Wahrnehmung: Beruehrungen, Musik und Licht wirken intensiver, Reduzierung von Angst und Defensivitaet, soziale Hemmungen fallen weg |
| Evidenz | moderate | strong |
3-MMC (3-Methylmethcathinon) ist ein Cathinon-Derivat und Substrat-Typ-Releasor. Wirkt primär am SERT (Serotonin-Freisetzung > Reuptake-Inhibition) mit moderater NET- und DAT-Aktivierung. Pharmakologisch ähnlich wie Mephedron (4-MMC), jedoch schwächer serotonerg. Die Substrat-Typ-Aktivität (Reverse-Transport) unterscheidet 3-MMC von reinen Reuptake-Inhibitoren wie MDPV. Kurze Halbwertszeit (1-3h) erzeugt Redosierungsmuster. Empathogene Effekte bei niedrigen Dosen, stimulierend bei höheren Dosen.
MDMA ist ein nicht-selektiver Monoamin-Releaser und Reuptake-Inhibitor. Der primäre Wirkmechanismus besteht in der Aktivierung des TAAR1-Rezeptors, welcher über PKA/PKC-Signalwege eine Phosphorylierung der Monoamintransporter (SERT >> NET > DAT) auslöst und dadurch einen massivenRückwärtstransport von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ins synaptische Spalt bewirkt. MDMA ist ein Substrat für SERT, NET und DAT (Carrier-Mechanismus), kein reiner Reuptake-Inhibitor. Zusätzlich hemmt MDMA die VMAT2-vermittelte vesikuläre Speicherung und entleert direkt die Monoaminspeicher. 5-HT2A-Agonismus trägt zu den entaktogenen und empathogenen Wirkungen bei.
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Evidenz: moderate · Quellen: 4
Evidenz: strong · Quellen: 6
3-Methylmethcathinone und MDMA gehören zu unterschiedlichen Klassen. Deshalb sollten Mechanismus, Wirkung und Risiko nicht gleichgesetzt werden.
Synapedia zeigt für dieses Paar aktuell keine starke gemeinsame Rezeptorachse. Fehlende Daten sind keine Entwarnung.
3-Methylmethcathinone ist aktuell mit "moderate" eingeordnet, MDMA mit "high". Individuelles Risiko hängt trotzdem von Gesundheit, Medikamenten, Kontext und weiteren Substanzen ab.
Synapedia wertet fehlende paarbezogene Daten nicht als Sicherheit. Mischkonsum kann unvorhersehbar sein, besonders bei Medikamenten, Vorerkrankungen oder weiteren Substanzen.