Substanz-Vergleich
Prothipendyl hält mit rund 18 Stunden spürbar länger an als LSD (ca. 10 Stunden). Der Wirkungseintritt erfolgt bei LSD mit ~40 min spürbar schneller als bei Prothipendyl (~90 min). Die Peak-Phase fällt bei Prothipendyl mit ~270 min deutlich länger aus als bei LSD (~180 min). LSD ist im Bereich Psychedelische Tiefe deutlich stärker ausgeprägt. Der Vergleich trennt Psychedelika und Benzothiazine nach Mechanismen, Wirkprofil, Dauer, Risikoprofil und Harm-Reduction-Kontext.
Trotz unterschiedlicher Klassen überschneiden sich Zielstrukturen wie 5-HT2A und D2. Das macht Gemeinsamkeiten und Risikounterschiede besonders erklärbar.
Erkenntnisse
LSD hat deutlich höhere Psychedelische Tiefe
LSD hat etwas höhere Stimulation
| LSD | Prothipendyl | |
|---|---|---|
| Klasse | Psychedelika | Benzothiazine |
| Risikostufe | moderate | — |
| Wirkmechanismen | 5-HT2A-Agonist, Partieller D2-Agonist | Dopaminrezeptor-Antagonismus, Serotoninrezeptor-Antagonismus |
| Rezeptoren | 5-HT2A, 5-HT1A, D2 | H1, 5-HT2A, D2, α1, M1 |
| Effekte | Visuelle Veränderungen: geometrische Muster, Farbverstärkung, Tracer und Nachbilder, Halluzinationen: lebhafte Wahrnehmungsveränderungen und Objekte scheinen sich zu bewegen, Synästhesie: Überlagerung von Sinneswahrnehmungen (z.B. Töne als Farben erleben), Starke Zeitverzerrung (Minuten können sich wie Stunden anfühlen), Gedankenbeschleunigung und ungewöhnliche kognitive Verknüpfungen | Reduktion von Positivsymptomen (Halluzinationen, Wahn), Sedierung und Beruhigung, Antiagressives Wirkprofil, Stimmungsstabilisierung (einige Atypika), Extrapyramidalmotorische Störungen (EPS) |
| Evidenz | strong | unknown |
LSD wirkt primär als partieller Agonist am 5-HT2A-Rezeptor der kortikalen Pyramidenzellen und bewirkt dadurch eine Enthemmung des thalamokortikalen Filterprozesses. Die psychedelischen Effekte entstehen durch Aktivierung des 5-HT2A-Rezeptors, welcher über Gq/11-Proteine die Phospholipase C aktiviert und zu erhöhter kortikaler Erregbarkeit führt. Zusätzlich wirkt LSD als Agonist an 5-HT1A-, 5-HT2C-, D1-, D2- und TAAR1-Rezeptoren, was zur emotionalen und kognitiven Vielfalt der Wirkung beiträgt. LSD bindet stabil an den Rezeptor (Wirkdauer >8h) und bildet eine „Deckel"-Konformation, die eine schnelle Dissoziation verhindert.
Prothipendyl wirkt als Antagonist an Dopamin- und Serotoninrezeptoren, was zu einer Reduktion von psychotischen Symptomen führt.
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Evidenz: strong · Quellen: 7
Evidenz: unknown · Quellen: 2
LSD und Prothipendyl gehören zu unterschiedlichen Klassen. Deshalb sollten Mechanismus, Wirkung und Risiko nicht gleichgesetzt werden.
Die Daten zeigen Überschneidungen bei 5-HT2A, D2. Gemeinsame Zielstrukturen bedeuten aber nicht gleiche Wirkung oder gleiche Sicherheit.
LSD ist aktuell mit "moderate" eingeordnet, Prothipendyl mit "unknown". Individuelles Risiko hängt trotzdem von Gesundheit, Medikamenten, Kontext und weiteren Substanzen ab.
Synapedia wertet fehlende paarbezogene Daten nicht als Sicherheit. Mischkonsum kann unvorhersehbar sein, besonders bei Medikamenten, Vorerkrankungen oder weiteren Substanzen.