Substanz-Vergleich
Die Wirkung von Fluphenazine hält mit rund 24 Stunden deutlich länger an als die von LSD (ca. 10 Stunden). Der Wirkungseintritt erfolgt bei LSD mit ~40 min spürbar schneller als bei Fluphenazine (~90 min). Die Peak-Phase fällt bei Fluphenazine mit ~540 min deutlich länger aus als bei LSD (~180 min). LSD ist im Bereich Psychedelische Tiefe deutlich stärker ausgeprägt. Der Vergleich trennt Phenothiazine und Psychedelika nach Mechanismen, Wirkprofil, Dauer, Risikoprofil und Harm-Reduction-Kontext.
Trotz unterschiedlicher Klassen überschneiden sich Zielstrukturen wie D2 und 5-HT2A. Das macht Gemeinsamkeiten und Risikounterschiede besonders erklärbar.
Erkenntnisse
LSD hat deutlich höhere Psychedelische Tiefe
| Fluphenazine | LSD | |
|---|---|---|
| Klasse | Phenothiazine | Psychedelika |
| Risikostufe | — | moderate |
| Wirkmechanismen | Dopamin-D2-Antagonist | 5-HT2A-Agonist, Partieller D2-Agonist |
| Rezeptoren | D2, 5-HT2A, H1, α1, M1, DAT | 5-HT2A, 5-HT1A, D2 |
| Effekte | Reduktion von Positivsymptomen (Halluzinationen, Wahn), Sedierung und Beruhigung, Antiagressives Wirkprofil, Stimmungsstabilisierung (einige Atypika), Extrapyramidalmotorische Störungen (EPS) | Visuelle Veränderungen: geometrische Muster, Farbverstärkung, Tracer und Nachbilder, Halluzinationen: lebhafte Wahrnehmungsveränderungen und Objekte scheinen sich zu bewegen, Synästhesie: Überlagerung von Sinneswahrnehmungen (z.B. Töne als Farben erleben), Starke Zeitverzerrung (Minuten können sich wie Stunden anfühlen), Gedankenbeschleunigung und ungewöhnliche kognitive Verknüpfungen |
| Evidenz | unknown | strong |
Fluphenazine wirkt als Antagonist am Dopamin-D2-Rezeptor, was zu einer Reduktion der dopaminergen Aktivität im zentralen Nervensystem führt.
LSD wirkt primär als partieller Agonist am 5-HT2A-Rezeptor der kortikalen Pyramidenzellen und bewirkt dadurch eine Enthemmung des thalamokortikalen Filterprozesses. Die psychedelischen Effekte entstehen durch Aktivierung des 5-HT2A-Rezeptors, welcher über Gq/11-Proteine die Phospholipase C aktiviert und zu erhöhter kortikaler Erregbarkeit führt. Zusätzlich wirkt LSD als Agonist an 5-HT1A-, 5-HT2C-, D1-, D2- und TAAR1-Rezeptoren, was zur emotionalen und kognitiven Vielfalt der Wirkung beiträgt. LSD bindet stabil an den Rezeptor (Wirkdauer >8h) und bildet eine „Deckel"-Konformation, die eine schnelle Dissoziation verhindert.
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Safer-Use-Daten auf der Substanzseite verfügbar
Evidenz: unknown · Quellen: 2
Evidenz: strong · Quellen: 7
Fluphenazine und LSD gehören zu unterschiedlichen Klassen. Deshalb sollten Mechanismus, Wirkung und Risiko nicht gleichgesetzt werden.
Die Daten zeigen Überschneidungen bei D2, 5-HT2A. Gemeinsame Zielstrukturen bedeuten aber nicht gleiche Wirkung oder gleiche Sicherheit.
Fluphenazine ist aktuell mit "unknown" eingeordnet, LSD mit "moderate". Individuelles Risiko hängt trotzdem von Gesundheit, Medikamenten, Kontext und weiteren Substanzen ab.
Synapedia wertet fehlende paarbezogene Daten nicht als Sicherheit. Mischkonsum kann unvorhersehbar sein, besonders bei Medikamenten, Vorerkrankungen oder weiteren Substanzen.